Arielen

Die studierte Filmwissenschaftlerin und Publizistin Merle Kröger setzt ihre Romanreihe über ihre Heldin Madita Junghans nach 'Cut!' nun mit einem zweiten Roman fort. 'Kyai' spielt einige Monate später und vor allem in Norddeutschland, Berlin und Bombay. Für Maddie scheint sich die Lage verschlechtert zu haben. Ihr Freund Nick hat sich nach Indien abgesetzt, um dort Selbstfindung der besonderen Art zu betreiben. Nach dem Flop mit ihrem Provinzkino verliert sie nun auch noch das Wanderkino, mit dem sie durch die kleinen Dörfer des norddeutschen Flachlands tingelt durch rassistische Krawalle. Die junge Frau ist am Boden zerstört und zieht erst einmal zu ihrer Mutter, die auch noch pflegebedürftig geworden ist, weil sie sich geistig in eine andere Welt zurückgezogen hat. Doch Jasmin Assadi, eine junge Jurastudentin und Bodyguard einer Landtagabgeordneten, die Maddie schon bei den Krawallen das Leben gerettet hat, kümmert sich um sie und verschafft ihr einen neuen Job. Da sie als Halbinderin eine besondere Beziehung zu dem asiatischen Subkontinent hat, soll sie sich mit um ein Festival mit Bollywood-Filmen kümmern und auch noch einen indischen Regisseur betreuen, der extra nach Deutschland kommt. Das alles hat Jasmins Arbeitgeberin in die Wege geleitet. Sie möchte den Kulturaustausch zwischen den Ländern fördern, und wie sollte das besser gelingen als durch pure Unterhaltung? Maddie nimmt an und blüht wieder auf. Nicht nur, dass es ihr Spaß macht, sich um alles zu kümmern, bald auch schon wird ihre Neugier geweckt, denn hinter den Kulissen scheint mehr vorzugehen, als zunächst zu vermuten ist. Überraschend muss sie feststellen, dass der Inder Cal und sie auch noch einen gemeinsamen Bekannten haben – Nick. Dann spitzt sich die Lage zu, denn die Abgeordnete legt sich mit der Bundeswehr an, und der indische Regisseur wird verhaftet. Nick hat inzwischen in Bombay mit eigenen Problemen zu kämpfen. Einerseits läuft sein Visum aus, andererseits ist er auf eine verwirrende Intrige gestoßen, in die sein Freund Cal unabsichtlich verwickelt wurde. Er nimmt Kontakt mit der in Indien immer noch umtriebigen Baghwan-Bewegung auf, die sich inzwischen umbenannt hat, und stößt hinter den Kulissen auf Verbindungen, die er so nicht erwartet hat. (Arielen)